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CZ: „Die Gruppe findet sich“

Runderneuertes Team, neuer Trainer, starke Konkurrenz: Sechs Erkenntnisse über TuS Celle 92 nach dem Start in die 3. Tischtennis-Bundesliga

Foto: René Stang
Die Neuzugänge Nishant Lebaka (rechts) und Vincent Senkbeil können mit dem Start ihres TuS Celle 92 in die 3. Tischtennis-Bundesliga zufrieden sein.

von Heiko Hartung

Mit einem runderneuerten Team ist der TuS Celle 92 in die 3. Tischtennis-Bundesliga Nord gestartet. Nach den ersten Spieltagen gibt es erste Eindrücke, wohin die Reise mit den drei Zugängen im vierköpfigen Celler Stammteam gehen kann. Hier sind die sechs wichtigsten Erkenntnisse des Saisonstarts.

▶ Der Start

Mit dem eigenen Auftakt – ein Sieg, eine Niederlage – ist man beim TuS 92 zufrieden. Gegen Lampertheim mit ihrer frisch aus Celle gekommenen neuen Nummer eins, dem Chilenen Eusebio Vos, waren die Blaugelben chancenlos. Beim 6:2‑Erfolg bei der hoch gehandelten Eintracht Frankfurt zeigten die Celler jedoch, dass sie das Zeug dazu haben, ebenfalls oben mitzuspielen. Deniz Aydin und Frederik Spreckelsen bewiesen Nervenstärke bei ihren Fünf-Satz-Siegen, Vincent Senkbeil und Nishant Lebaka brauchten ein Match, um reinzukommen, drehten danach auf. Offiziell wird das Ziel mit dem Erreichen der Top 5 benannt. Der neue Coach Kleinert lässt aber Ehrgeiz durchblicken und schielt insgeheim sogar auf Rang drei.

▶ Die Konkurrenten

Insgesamt 26 Spiele haben die zehn Mannschaften der 3. Liga bislang absolviert – und eine Tendenz ist zu erkennen: Der Zweitligaabsteiger Oldenburger TB scheint der große Favorit zu sein. „Treten sie jedes Mal mit ihren besten Spielern an, gewinnt niemand gegen Oldenburg. Wenn sie wollen, holen sie die Meisterschaft und steigen sofort wieder auf“, legt sich Celles Trainer Thorsten Kleinert fest. Das Team um den Ex-Celler Philipp Floritz gab in drei Begegnungen erst ein einziges Match ab. Und zwar beim beeindruckenden 6:1-Triumph gegen die als Mitfavorit gehandelten Lampertheimer. Gegen die verlor Celle übrigens mit 0:6. Am anderen Ende der Tabelle zeigt sich, dass es die Aufsteiger schwer haben werden: TTC Waldniel steht punktlos da, SV Motor Falkensee gelang in drei Partien kein Sieg. Beim TTC Borsum scheinen die Verstärkungen zu greifen: ein Sieg, ein Remis.

▶ Das Teamgefüge

„Wenn wir richtig zünden wollen, muss der Teamgeist stimmen“, sagt Kleinert. Und es scheint zu passen: „Vincent geht voran“, sagt der Coach und meint den Celle-Rückkehrer Senkbeil. Mit 22 Jahren bildet er zwar mit US-Neuzugang Lebaka (20) gegenüber den „Routiniers“ Aydin (39) und Spreckelsen (30) das „Youngster-Duo“. Aber der von Oldenburg nach Celle gewechselte Senkbeil macht die Ansagen – nicht nur im Match: Beim Doppelspieltag zum Auftakt organisierte Senkbeil die Pizza aufs Hotelzimmer, dann wurde gemeinsam Fußball im TV geschaut. „Die Gruppe findet sich“, freut sich auch Teammanager Jens Rothert-Schnell.

▶ Die Doppel

In den beiden Doppeln eingangs jedes Punktspiels entscheidet sich oft, welche Mannschaft als Sieger hervorgehen wird. Celle hatte in der Vergangenheit mit dem Spezialisten Nils Hohmeier, der immer noch als Backup zur Verfügung steht, eine ganz sichere Bank im Team. Und auch für diese Saison haben sich die Duos offenbar gefunden. Hier heißt es: Die Älteren und die Jüngeren machen jeweils gemeinsame Sache. Aydin und Spreckelsen haben sich genauso gefunden, wie Senkbeil und Lebaka. „Die Spieler haben im Trainingslager jede Kombi ausprobiert und sich so entschieden. Ich trage diese Konstellation mit“, so Kleinert. Zwar ist die Bilanz mit jeweils einem Sieg und einer Niederlage noch ausbaufähig, aber in den nächsten beiden Spielen auswärts bei Union Velbert II und TTC Altena (24. und 25. Oktober) bleibt es auf jeden Fall dabei.

▶ Der Trainer

In den vergangenen Jahren hatte Celle keinen Trainer. Die Spieler haben sich während der Matches gegenseitig gecoacht. Das ist seit dieser Saison anders. Die sportliche Leitung liegt nun bei Thorsten Kleinert. Der 61‑Jährige gibt taktisch und strategisch die Richtung vor und behält während der Spiele den Überblick. Für Teammanager Rothert-Schnell nach den Erfahrungen der ersten beiden Punktspiele ein Schritt nach vorn: „Thorsten formt das Team mit seiner klaren Führung. Und er kann mit seinem Blick von außen Spielern den entscheidenden Tipp geben, der dafür sorgt, dass ein enges Match vielleicht in unsere Richtung kippt.“

▶ Das Publikum

Erstmals werden Tischtennis-Fans das Celler Topteam am Samstag, 14. November, in der heimischen Halle Carstensstraße bewundern können – also erst im fünften Saisonspiel. Da ist noch keine Zwischenbilanz möglich. „Extrem unglücklicher Spielplan“, meint Rothert-Schnell. Denn eigentlich wollte der TuS 92 die zuletzt ausbaufähigen Zuschauerzahlen schnell nach oben pushen. „Wir wollen an der Basis arbeiten und Kinder mit ihren Eltern und Großeltern in die Halle holen.“ Damit das klappt, sollen sich Lebaka & Co. als „Spieler zum Anfassen“ präsentieren. Deswegen bietet TuS 92 auch noch kein Livestreaming von seinen Spielen an – obwohl die technischen Voraussetzungen da wären. Rothert-Schnell: „Diesen Hochgeschwindigkeitssport muss man hautnah in der Halle erleben.“

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