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CZ: Neue Gesichter an der Platte

TuS Celle 92 mit drei Zugängen in 3. Tischtennis-Liga / Trainer Thorsten Kleinert peilt Top-5-Platzierung an

von Heiko Hartung

„Keine Mannschaft in der Liga wird sich darauf freuen, uns als Gegner zu haben. Und zwar nicht, weil wir eine unfreundliche Truppe sind“, sagt Thorsten Kleinert und grinst. Der neue Trainer des Tischtennis-Drittligisten TuS Celle 92 geht mit einem runderneuerten Team in die Saison – und mit jeder Menge Selbstvertrauen. Das Ziel? „Am liebsten würde ich Meister werden und aufsteigen, aber realistisch ist ein Platz unter den Top 5“, sagt der 61‑Jährige. Und TuS-Teammanager Jens Rothert-Schnell betont: „Wir sind in der Lage, auch die stärksten Teams zu fordern.“

Solche Aussagen der Verantwortlichen bei Celles Tischtennis-Aushängeschild zeigen: Die Blaugelben haben sich nach Platz sechs im vergangenen Jahr einiges vorgenommen für die neue Spielzeit, die an diesem Wochenende mit gleich zwei Auswärtsspielen in Frankfurt und Lampertheim beginnt. Und dafür wurde das Team radikal umgekrempelt – und dabei ordentlich verjüngt.

Mit der neuen Nummer 1, dem US-Amerikaner Nishant Lebaka (20) vom Drittliga-Vierten TTC GW Bad Hamm, sowie Rückkehrer Vincent Senkbeil (22) von Zweitliga-Absteiger Oldenburg an Position 2 und Frederik Spreckelsen (30, Position 4), der gemeinsam mit Coach Kleinert vom letztjährigen Ligakonkurrenten TSV Schwarzenbek kam, hat das Team ein ganz neues Gesicht bekommen. Geblieben ist mit Deniz Aydin (39) ein Routinier und zuverlässiger Punktelieferant an Position 3.

Als Backup kommen noch der erfahrene Nils Hohmeier (28) sowie Nachwuchstalent Matthis Kassens (16) hinzu. Beide sollen auch bei den 2. Herren in der Oberliga an die Platte gehen, aber ebenso Einsätze in der 3. Liga bekommen. „Besonders Nils‘ Doppel-Stärke könnte im Lauf der Saison noch wichtig werden“, so Kleinert. Nicht mehr dabei sind die bisherige Nummer 1, Eusebio Vos (23), sowie Rajat Hubli (38) aus dem unteren Paarkreuz. Während es mit dem zu Ligakonkurrent TTC Lampertheim chilenischen Nationalspieler Vos wahrscheinlich ein schnelles Wiedersehen am Sonntag gibt, hat sich Hubli dem SV Berliner Brauereien angeschlossen und spielt mit einem weiteren Ex-Celler, Arne Hölter, künftig in der Oberliga Nord-Ost.

Celles Teammanager Rothert-Schnell ist überzeugt vom Niveau seiner Mannschaft: „Wir sind ausgeglichen besetzt und nicht auf einen Top-Star angewiesen. Alle vier Spieler könnten an Position 1 oder auch an Position 4 spielen.“ Einen großen Trumpf sieht er auch in der Verpflichtung Kleinerts: „In den vergangenen Jahren haben sich die Jungs in Punktspielen gegenseitig gecoacht. Mit Thorsten bekommen sie eine klare Führung – das ist ein entscheidender Baustein“, freut sich der Mannschaftsverantwortliche.

Bei einem gemeinsamen Trainingslager in Celle Ende August hat sich das neuformierte Quartett eingespielt. Im Sommer hatte es der aus New Jersey stammende Lebaka bei den US-Meisterschaften bis ins Viertelfinale geschafft. In Deutschland konzentriert sich der in Düsseldorf unter professionellen Bedingungen trainierende Lebaka voll auf seinen Sport.

Senkbeil, der 2020/21 Teil der damaligen Celler Regionalliga-Mannschaft war, studiert Sportwissenschaften in Saarbrücken. Aufgewachsen ist er jedoch in Uelzen. „Schön, dass meine Eltern an Heimspieltagen nicht so weit fahren müssen“, meint Senkbeil, der bei der Deutschen Meisterschaft im Juni bei hoher Profidichte in der Gruppenphase ausschied, im Doppel jedoch bis ins Viertelfinale kam. „Die gute Atmosphäre im Team war sofort da. Es passt alles. Mit Blick auf die Liga werden oft Nuancen über Sieg und Niederlage entscheiden“, glaubt er an viele enge Matches.

Der in Hamburg lebende Spreckelsen weilte im Sommer in Schweden. „Da war ich Sparringspartner für die schwedische Frauen-Nationalmannschaft“, berichtet der Angriffsspieler. Eines ist aus seiner Sicht sicher: „Mit dem Abstieg haben wir nichts zu tun. Wenn wir Platz drei erreichen, wäre das super.“ Absteiger Oldenburg ist für ihn auf dem Papier der Ligafavorit. „Wenn auch alle spielen, die im Kader aufgelistet sind“, schränkt Spreckelsen ein.

Das gilt auch für die Celler Auftaktgegner: „Frankfurt und Lampertheim gehören zu den stärksten Teams der Liga – wenn alle Spieler an Bord sind“, weiß Trainer Kleinert. Ein harter Auftakt werde es auf jeden Fall. „Wir fahren nicht als Favorit dorthin. Es kann sein, dass wir mit 0:4 Punkten aus dem ersten Wochenende kommen. Aber wenn wir was Zählbares mitnehmen, geht der Blick nach oben. Wir müssen gleich gut performen“, sagt der Coach.

Was Spieler wie Verantwortliche nervt: TuS 92 beginnt mit vier Auswärtsspielen in Folge. Nach dem Auftakt folgt eine lange Pause. Erst Ende Oktober stehen für Celle bei Union Velbert II und TTC Altena die nächsten Partien an. TuS-Fans bekommen ihre Lieblinge erst gegen Aufsteiger TTC Waldniel am 14. November erstmals in heimischer Halle in der Carstensstraße zu Gesicht.

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