Regionalliga: Michael Khan Orhan erzählt (CZ am 16.08.22)

16.08.2022

Celle. Hochkonzentriert, den Schläger in der Hand und sein Gegenüber im Visier — so steht Michael Khan Orhan in der Saison an der Tischtennisplatte und wartet. Sobald der Ball kommt, holt er aus und schlägt ihn wieder zurück. „Es gibt nur mich, den Gegner und den Ball“, sagt der 21-jährige Tischtennisspieler des Regionalligisten TuS Celle 92, der Anfang August eine Ausbildung als Informatiker für Systemintegration in Hannover beginnt.

Orhan spielt seit 2012 Tischtennis. Erst in seiner Heimat Göttingen, dann in Hannover — hier wohnt er zurzeit auch —, und bald startet er in seine dritte Saison in Celle. Aber wie ist er eigentlich zum Tischtennissport gekommen? Auf jeden Fall nicht durch seine Familie, denn von denen spielt niemand Tischtennis. „Ich habe mir als Kind gern Sportvideos bei YouTube angeschaut“, erzählt der heutige Regionalligaspieler und lacht. Darunter war dann auch ein Tischtennis-Video, er erinnert sich sogar noch an die Begegnung: Timo Boll (deutscher Tischtennisstar) gegen den südkoreanischen Profi Joo Sehyuk. Ihn habe das Video damals so gefesselt, dass er direkt zu seiner Mutter gelaufen sei, mit dem Plan, selbst mit der Sportart anzufangen.

„Tischtennis war das Erste, das mich richtig gepackt hat“, so Orhan. Davor habe er alles Mögliche ausprobiert: Fußball, Basketball, Bogenschießen, Handball oder auch Bowling. Doch für nichts hat er sich lange interessiert — bis Tischtennis kam. Und dafür ist er bereit, auch lange Fahrtwege in Kauf zu nehmen. Zusätzlich zu seinem eigenen Training kommt der 21-Jährige jeden Donnerstag nach Celle, um im Bezirksstützpunkt im Trainergespann Jugendliche unter 18 Jahren zu trainieren.

Sein sportlicher Ehrgeiz und sein Wille, zu gewinnen, zeigen sich nicht nur an der Tischtennisplatte: Orhan vergleicht seine Leistungen auch gern mit anderen Spielern. Eine seiner schönsten Erfahrungen war beispielsweise, als er in der Jugend-Niedersachsenliga spielte und in einer Saison 56 Spiele gewann und nur zwei verlor. Er sei 15 bis 20 Jahre zurückgegangen und habe auf die Bilanzen von anderen Tischtennisspielern geblickt. Er hat keinen gefunden, der eine ähnliche Bilanz hatte. „Ich bin in dem Moment richtig versessen darauf gewesen, mir das alles anzugucken“, erinnert sich Orhan schmunzelnd zurück. Er habe sich gut gefühlt und sei stolz gewesen.

Dieses Erfolgsgefühl hatte der Spieler vom TuS Celle 92 auch bei zwei größeren Turnieren, an denen er als Jugendlicher teilnahm. Er gewann ein Niedersachsenturnier, sodass er sich für das Jugend-Bundesranglistenturnier qualifizierte. Außerdem siegte er bei den Andro-Kids Open (internationales Tischtennisturnier). Orhan: „Ich habe noch nie so gut gespielt wie bei dem Turnier.“ Timo Boll war an dem Tag auch anwesend. Orhan hat sich erst einmal ein Autogramm und ein Foto geholt.

Trotzdem bezeichnet der 21-Jährige die deutsche Tischtennis-Ikone nicht als sein Idol. Denn Vorbild habe er nicht. „Ich mache mein eigenes Ding und möchte keine Kopie von jemand anderem sein, sondern die beste Version von mir selbst“, sagt Orhan selbstbewusst. Trotzdem überlegt er, welcher Sportler ihm insgesamt am besten gefällt. „Basketballer LeBron James“, lautet seine Antwort.

Er selbst bleibt aber lieber beim Tischtennis. „Ich bin superzufrieden hier“, beschreibt er seine Situation beim TuS Celle 92. „Meine Mannschaft und ich verfolgen das gleiche Ziel: in die dritte Liga aufsteigen und wieder etwas Tischtenniskultur in Celle aufbauen. Bald geht die nächste Saison los. Im Moment ist er nach Rajat Hubli, Arne Hölter und Jannik Xu die Nummer vier im Team. Der Fokus beim Spielen bleibt aber auf sich, den Gegner und den Ball gerichtet.

Text und Foto: Katharina Jäger CZ am 16.08.2022

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