3. BL: Erwartete Niederlage gegen Spitzenreiter Köln

„Recht gut mitgehalten, einige Spiele offen gehalten, letztlich aber chancenlos 1 : 6 verloren“, so kommentierte Betreuer Björn Ungruhe die Heimniederlage des TuS Celle in der 3. Bundesliga Nord der Herren gegen den Topfavoriten auf den Meistertitel und unangefochtenen Spitzenreiter, 1. FC Köln. Doch so klar das Ergebnis auch aussehen mag, die Herzogstädter spielten auch ohne Youngster Hippler, der sich in Frankreich bei der Jugend WM befindet, durchaus passabel und konnten andeuten, welch Potenzial in dieser Mannschaft vorhanden ist.

Das Heimspiel gegen den TTC Düppel wurde aufgrund der Jugend WM vom 6.12.15  auf den 10. Jan. 2016

Entscheidend für die am Ende deutliche Niederlage war sicherlich der Ausgang der beiden Doppel. In beiden Spielen hatte TuS eine realistische Siegchance, Hohmeier/Matthias (für Hippler ins Team gerückt) standen beim Zwischenstand von 2-1 und 7-4 im vierten Satz gegen Brosig/Walther sogar ganz kurz vor einem unerwarteten Triumph. Aber: Hätte, hätte, Fahrradkette! Beide Doppel, neben Nils und Nikki auch Dohrmann/Mircea gegen Wehking und Malessa mussten die Überlegenheit der jeweils gegnerischen Paarung anerkennen.Hohmeier-2015-13

Im Anschluss daran hatten die Gastgeber und die knapp 100 Fans aber doch noch Grund zum Jubeln. Hohmeier, inzwischen zu einem echten Spitzenspieler gewachsen, besiegte den mit einem prima Ballgefühl ausgestatteten Robin Malessa mit 3-0. Eine gute Vorstellung vom 17-Jährigen. Konzentriert, mutig und auch in engen Spielsituationen fokussiert war der Sieg hoch verdient; die von allen Fans und Spielern gefürchtete Höchststrafe war dank Nils abgewendet. Am Nebentisch wurde Yannick Dohrmann auf recht schmerzhafte Art und Weise deutlich gemacht, dass innerhalb einer Liga Tischtennis-Welten liegen können. Lennart Wehking, einer der zwei stärksten Akteure der Liga und konstant seit zehn Jahren unter den besten 16 Spielern Deutschlands zu finden, „zerlegte“ Dohrmann nach allen Regeln der Kunst. Eines gelang in diesem Spiel aber nur Dohrmann: Die spektakulärsten Ballwechsel für sich zu entscheiden!

Matthias, dem ein gewisser Trainingsrückstand aufgrund seiner universitären Verpflichtungen anzusehen ist, konnte gegen den bärenstarken Gianluca Walther nur zu Beginn mitspielen; das 0-3 war das verdiente Resultat. Etwas offener konnte der agile Alexandru Mircea die Partie gegen Routinier Thomas Brosig gestalten. Nach aufopferungsvollem Kampf konnte Alex immerhin einen Satzgewinn für sich verbuchen. Ein Kunststück, das auch Nils Hohmeier gegen Wehking gelang. Wehking nach seinem 3-1 Erfolg, der gleichbedeutend mit dem 6-1 Sieg des 1. FC war: „Nils hat ein enormes Potenzial, insbesondere im Aufschlag-Rückschlag-Bereich. Aber er muss noch an seiner Klarheit arbeiten. Taktisch ist noch Luft nach oben.“

Einem Könner wie Wehling zu widersprechen, wäre zwar vermessen, doch festzuhalten bleibt, dass Nils genau dieses Maß an Klarheit versucht zu erarbeiten. Und – so die Auffassung des Unterzeichners – das taktische Verständnis hat sich gerade in den letzten Monaten extrem positiv entwickelt.

Festzuhalten bleibt: Eine Abstiegsmannschaft ist diese TuS-Truppe beileibe nicht – im Gegenteil: Der Blick geht Richtung gutes Mittelfeld – auch ohne einen Wehking im Team.

Text: Björn Ungruhe  29.11.15

Foto: Philip Loeper